Gründersprung

Wird Deutschland ab jetzt zum Gründerland?

“Gründerland Deutschland” – So heißt die in diesem Jahr gestartete Initiative der Bundesregierung um das Thema Selbständigkeit und Unternehmensgründung stärker in der Öffentlichkeit und den Köpfen der Menschen zu verankern. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf innovativen Gründungen und dem Thema “Unternehmensnachfolge als Gründungschance”.

Laut IfM gab es im Jahr 2009 410.000 Gründungen in Deutschland. Damit liegt man im internationalen Vergleich deutlich hinter anderen Innovationsgetriebenen Ländern, wie z.B. den USA, England und Frankreich zurück (GEM-Report, 2010). Eine Ursache dafür ist sicherlich auch die Tatsache, dass es in Deutschland an einer wirklichen Gründungskultur mangelt und Unternehmensgründer immer noch argwönisch betrachtet werden. Hiermit verbunden ist es die Angst zu Scheitern und in der Gesellschaft als “schlechter Unternehmer” abgestempelt zu werden, die viele Leute an der Gründung hindert.

Ebenso problematisch wie die fehlende Motivation neue Unternehmen zu gründen, ist häufig die mangelnde Bereitschaft das bestehende Familienunternehmen zu übernehmen. Dabei handelt es sich nicht nur ganz klassisch um die Bauernhöfe, für die ein Sohn oder eine Tochter die Verantwortung übernehmen muss, sondern auch um kleine und mittlere Unternehmen aus allen Branchen. Sie wurden in der Nachkriegszeit durch eine Generation aufgebaut, die sich seit Mitte der 90er Jahre mit der Nacholgeproblematik beschäftigen muss.

Beider Problemfelder will sich die Bundesregierung mit der Initiative “Gründerland Deutschland” annehmen. Es soll ein Mentalitätswandel stattfinden, um für eine stärkere Präsenz dieser Themen im Alltag zu sorgen und ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, das Unternehmergeist und die Lust zur Selbständigkeit fördert (BMWi, 2010).

Vier Felder wurden hierfür identifiziert.

  • Mit der “Gründerwoche Deutschland” Ende November diesen Jahres, der Reduzierung der Restschuldbefreiung für ‘gescheiterte’ Gründer auf drei Jahre und weitere zielgruppenrelevante Informationsveranstaltungen und Aktionen versucht man die Motivation zur Gründung zu steigern und das Thema stärker in den Köpfen der Menschen zu verankern.
  • Um nachfolgende Generationen bereits frühzeitig mit der Thematik vertraut zu machen, gibt es die Initiative “Unternehmergeist in Schulen” und die am 15. April 2010 gestartete EXIST IV-Runde, bei der sich Hochschulen als „Gründerhochschule“ (Link) fördern und auszeichnen lassen können.
  • Potenzielle Gründungen im Hochtechnologie-Bereich sollen mit Hilfe des neu geschaffenen „Gründerwettbewerb IKT-innovativ“ motiviert werden und der kommende High-Tech Gründerfonds II sowie verbesserte Bedingungen für Wagniskapitalgeber, insbesondere Business-Angels, für eine effizientere und ausreichende Kapitalaustattung sorgen. Zudem wurde das aktuelle Jahr zum „Business Angel Jahr 2010“ proklamiert.
  • Dem Thema Unternehmensnachfolge nimmt man sich im Rahmen der laufenden nexxt-Initiative an, in die eine Informationsoffensive zum Thema „Unternehmensnachfolge“ sowie ein Aktionstag „Unternehmensnachfolge“ im Herbst diesen Jahres eingebettet wird. Zudem soll das verbundene “nexxt-CHANGE”-Portal (Link) überarbeitet werden und ein neuer Wettbewerb gestartet werden, in dem besonders erfolgreiche Unternehmensnachfolgen ausgezeichnet werden.

Ob die Initiative “Gründerland Deutschland” erfolgreich sein wird? Man wird sehen. Ein erster gewichtiger Indikator dürfte die Gründungsstatistik sein, die vom BMWi als einer der Hauptgründe zur Notwendigkeit dieser Kampagne angeführt wurde. Darüber hinaus darf die kommende Evaluierung im Rahmen des “Global Entrepreneurship Monitors” mit großer Spannung erwartet werden. Auch wenn kurzfristig keine enormen Veränderungen zu erwarten sind, so kann bereits eine kleine Verbesserung der “gesellschaftlichen Werte und Normen (Kultur)” und der “Gründungsbezogenen Ausbildung 1: Schule”, wo Deutschland im internationalen Vergleich bisher unter ferner liefen agierte (GEM-Report, 2009), als Erfolg gewertet werden.

Die Bewertung der einzelnen Maßnahmen fällt durchaus positiv aus. So ist die geplante “Gründerwoche Deutschland” ein erster Schritt in dir richtige Richtung, um für eine gewisse Präsenz der Thematik in der Öffentlichkeit zu sorgen. Mit Spanung darf die inhaltliche Ausgestaltung abgewartet werden. Auch die schon lange geforderte Reduzierung der Restschuldbefreiung (auf drei Jahre) ist ein positives Signal um gründungswillige Menschen eine neue Chance zu geben. Ob weitere Wettbewerbe wie „Gründerwettbewerb IKT-innovativ“ einen großen Nutzen stiften, bleibt fraglich, denn es gibt bereits etliche etablierte Wettbewerbe, die diese Aufgabe gut erfüllen.

Beim Thema Unternehmensnachfolge sind leider keine großen Neuerungen festzustellen. Ein zusätzlicher Wettbewerb und die Verbesserung einer bestehenden Webseite werden wohl kaum die Nachfolgeproblematik verbessern oder geschweige denn lösen können.

Die Pressemeldung des BMWI zur Initiative “Gründerland Deutschland” kann hier heruntergeladen werden.

Gründersprung nimmt Seminartätigkeit auf

Im Rahmen des 5-Euro-Business Wettbewerbes an der Universität Bamberg und der Hochschule Coburg hat Sebastian Engel von Gründersprung ein Projektmanagement Seminar abgehalten. Am 12. Mai wurden von 18 bis 21 Uhr neben den wichtigsten Grundlagen erste Zeitpläne für die Geschäftsideen der Teilnehmer erarbeitet und wichtige Online Collaboration Tools vorgestellt.

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Das Feedback war durchweg positiv. Insbesondere hat den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Praxisbezug sowie die Vorstellung der Online Collaboration Tools gefallen.

Am 20. Mai begann für die Teams die Unternehmensphase. Nun haben sie sechs Wochen Zeit um am Markt Erfolge zu erzielen. Gespannt warten wir auf die Ergebnisse und wünschen den Teams alles Gute.

Deutsche Internet-Wirtschaft sammelt für Haiti

Die Deutsche Internet-Wirtschaft ruft zum Spenden auf. Zahlreiche Unternehmen schließen sich zusammen und sammeln in einer großen Online-Tombola für Haiti.

Deutsche Internet-Wirtschaft sammelt für Haiti

Ein Zusammenschluss von vielen Unternehmen der deutschen Internetwirtschaft startet heute eine groß angelegte Fundraising-Aktion zu Gunsten der Erdbebenopfer von Haiti unter http://www.amiando.com/haiti. Die von amiando, Europas führendem Online-Tool für Eventorganisation, ins Leben gerufene Aktion setzt auf Viralität im Internet, um bisher Unentschlossene zu Spendern und Spendensammlern zu machen.

Die Spenden werden in einer Online-Tombola gesammelt. Für jeden gespendeten Euro erhält der Spender ein Los. Um weitere Lose zu erhalten, kann jeder online per Twitter, Facebook oder Email seine Freunde auf die Spende aufmerksam machen und so die Aktion weiterempfehlen. So bekommt jeder, der weitere Spender für die Aktion gewinnt, ein zusätzliches Los pro geworbenen Spenden-Euro. Der Erlös geht zu 100% an die „Aktion Deutschland hilft e.V.“.

Bereits zum heutigen Start haben sich mehr als 20 Unternehmen der Initiative angeschlossen und es folgen stündlich weitere. Die Tombola enthält Preise im Wert von mehr als 35.000 Euro. Die Gewinne werden von namhaften Partnern der Internetwirtschaft gestiftet, darunter XING, Sixt, Experteer.de, Brands4Friends, Bigpoint, Brands4Friends, Viagogo, SinnerSchrader, edelight, Fotocommunity, Spreadshirt, Geschenkkartenwelt und viele weitere.

“Die deutsche Internetwirtschaft möchte ihren Beitrag für de Unterstützung von Haiti leisten. Deswegen hat amiando die Initiative „Haiti – die Deutsche Internetwirtschaft hilft“ ins Leben gerufen. Allen Partnern, die innerhalb kürzester Zeit bereit waren diese Aktion zu unterstützen, möchte wir an dieser Stelle herzlich danken.“, Felix Haas, CEO von amiando.

Die gesammelten Gelder gehen an die „Aktion Deutschland hilft e.V.“ Die „Aktion Deutschland hilft e.V.“ wurde von zehn renommierten deutschen Hilfsorganisationen, wie Malteser und World Vision gegründet, um im Falle von großen Katastrophen den betroffenen Krisenregionen schnell und effektiv Hilfe leisten zu können.

Online-Tombola der Deutschen Internetwirtschaft: http://www.amiando.com/haiti

Folge 1: Wer gründet hier eigentlich?

Was eine Unternehmensgründung tatsächlich bedeutet, weiß man erst, wenn man einmal eine solche mitgemacht hat. Wie muss man vorgehen und wo bekommt man kompetente Hilfe? Für diese und weitere Fragen baut das Team von Gründersprung eine Plattform, die über die reine Informationsbereitstellung hinaus geht. Nun wollen wir in unserem Startuptagebuch unseren Weg der Unternehmensgründung, unsere Erfolge sowie auch Stolpersteine dokumentieren:

startuptagebuch

Folge 1: Wer gründet hier eigentlich?

Die Teambildung

Der entscheidende und grundlegende Faktor eines Unternehmens ist das Team. Hinter einer Idee stehen Menschen, die mit ihrem Einsatz und ihrem Know-how über „Hop oder Top“ entscheiden.

Selten kommt es vor, dass eine Firma von Menschen gegründet wird, die sich erst seit ein paar Stunden kennen. Auf einem Event wie dem Startup Weekend ist aber genau das das Ziel, eine Unternehmensgründung in 48h. Die Idee von Startup Weekend wurde bereits in 50 Städten in 12 Ländern erfolgreich umgesetzt und verbreitet sich rasend schnell über den ganzen Globus. Bei diesem Event werden zu Beginn verschiedene Gründungsideen von den Teilnehmern vorgestellt und diskutiert. Schließlich bilden sich mehrere Gruppen von Gründungsinteressierten, die sich jeweils einer Idee widmen mit einer Maßgabe: Sonntagabend wird gegründet. Hochmotivierte und energiegeladene Menschen, ein kreatives und knisterndes Umfeld, ein spannendes und zielorientiertes Wochenende.

Auf die Größe kommt es an

Wann ist ein Team erfolgreich? Grundsätzlich müssen die Zielvorstellungen aller Beteiligten identisch sein, denn alle sollen an einem Strang ziehen. Aus den Zielen ergibt sich eine gemeinsame Vision, die man fixieren sollte, denn sie gibt die Richtung vor, in die sich das Unternehmen jetzt und in Zukunft bewegen soll. Doch die Entwicklung und Formulierung dieser Vision stellt sich in der Praxis häufig als große Herausforderung dar. Umso mehr Personen involviert sind, desto schwieriger wird es, eine gemeinsame Linie zu finden. Idealerweise besteht das Gründerteam aus einer ungeraden Anzahl an Personen. Denn so wird es bei zu treffenden Entscheidungen und eventuellen Konflikten immer eine Mehrheit dafür oder dagegen geben. Nur so wird und kann das Unternehmen handlungsfähig sein.

Außerdem sollten auch nicht zu viele Menschen beteiligt sein, denn viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Neben sehr pragmatischen Herausforderungen wie der Bestellung der oder des Geschäftsführer(s), der Gewinnverteilung oder der Aufgabenverteilung, muss man z.T. auch schnell auf aktuelle Probleme reagieren können. Betrachtet man nun also Gründungen mit vielleicht zehn Personen, dann ist bereits vorab ein großes Konfliktpotential und enormer Zeitverzug zu erkennen.

Lessons learned

Auf dem Startup Weekend gab es sehr starke Teams mit wirklich tollen Geschäftsideen. Die Ideengeber konnten viele Teilnehmer begeistern, was sich auch in den entsprechenden Gruppenstärken wiederspiegelte. Im Laufe des Events stellte sich die Teamgröße jedoch häufig als limitierender Faktor heraus. Das Team von Gründersprung bestand zeitweise aus neun Personen. Bis Sonntag gab es jedoch einige Wechsel im Team, bis sich sieben Festentschlossene herauskristallisiert haben, die die Idee von Gründersprung realisieren wollten. Die Motivation war riesig und die Euphorie stieg immer weiter an. Die Anteile am Unternehmen wurden zu gleichen Teilen auf die Gesellschafter übertragen und die ersten Aufgaben verteilt. Soweit so gut.

Doch bereits wenige Tage nach dem Startup Weekend wurden viele Teammitglieder vom Alltag eingeholt. Da blieb wenig Zeit für Absprachen oder gemeinsame Treffen. Doch wie will man Entscheidungen fällen, bei denen eine Mehrheit der Gesellschafter dafür stimmen muss? Und wie geht man mit Gesellschaftern um, die zwar Lust am gemeinsamen Projekt, aber nicht regelmäßig Zeit haben?

Einige Fragen sollten im Team daher unbedingt schnellstmöglich geklärt werden, um persönliche Konflikte erst gar nicht aufkommen zu lassen. Schließlich ist dieses Startup Weekend eine einmalige Veranstaltung, aber das neu gegründete Unternehmen soll funktionieren und am Markt bestehen. Um das zu gewährleisten, sollten sich die Teammitglieder kennenlernen und vertrauen. Egal, wie lang man bereits miteinander zu tun hat, ein paar wichtige Fragen sollten unbedingt im Vorfeld beantwortet werden:

  • Welche Kompetenzen bringen die einzelnen Teammitglieder mit?
  • Wie viel Einsatz gibt der Alltag des Einzelnen her?
  • Wie viel Zeit kann man für das Unternehmen wöchentlich aufbringen?
  • Wo liegen die Stärken und Schwächen des Einzelnen?
  • Sind die Teammitglieder zuverlässig?
  • Was jeder bereit finanziell zu investieren?
  • Welche Ziele verfolgt der einzelne Gesellschafter mit dem Unternehmen?
  • Wie werden die Verantwortlichkeiten verteilt?

Es ist also sehr wichtig, sich Gedanken über das Team zu machen. Insbesondere sollte klar sein, wer zukünftig den Weg vorgibt. Beispielsweise hilft es bei einer Kommanditgesellschaft zwischen Gesellschaftern, die Ihre Beteiligung als Investment sehen und Teammitgliedern, die das Projekt voran bringen wollen, zu unterscheiden. Dies sind zwei unterschiedliche Rollen, für die sich die einzelnen Beteiligten entscheiden sollten.

Nach vielen konstruktiven Gesprächen kristallisierte sich in den letzten Wochen bei Gründersprung ein „harter Kern“ von drei Personen heraus, der die Idee von Gründersprung voranbringen will. Mit einer gemeinsamen Vision geht es nun ins Jahr 2010 und voller Vorfreude sehen wir der Zukunft und den Herausforderungen, die auf uns warten, entgegen. Selbstverständlich werden wir auch weiterhin die Schritte auf unserem Weg an dieser Stelle festhalten und von unseren Erfolgen und auch Misserfolgen berichten.

“Verdammte Fehlentscheidung” – 37 Grad, ZDF

Unter diesem Titel wird heute Abend auf ZDF (5.  Januar 2010, 22:25 Uhr) in der Sendung 37 Grad ein Beitrag zum Thema Selbstständigkeit ausgestrahlt. Der Autor Dominic Egizzi will mit seinem Film die risikoreiche Seite der Existenzgründung beleuchten.

Wer Karriere machen möchte, muss etwas wagen
Den Deutschen wird häufig vorgeworfen, nicht flexibel und risikofreudig zu sein. Aus diesem Grund wird häufig von der Politik und Managern zu mehr Mut aufgerufen. Doch was passiert, wenn man alles auf eine Karte setzt und verliert? Drei Betroffene berichten ganz offen über Fehlentscheidungen, Ängste und Hoffnungen. Trotz der Rückschläge haben die Betroffenen nicht aufgegeben und kämpfen weiter für Ihre Träume.

Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt
Natürlich darf die Frage gestellt werden, warum ein Gas- und Wasserinstallateur sich mit einem Fitnessstudio und eine studierte Maschinenbauerin mit einem Tabakladen selbstständig gemacht haben? Doch sollte man solche Geschäftsideen nicht vorzeitig abschreiben, denn anfänglich konnten alle Protagonisten Erfolge verbuchen. Nun stellt sich natürlich weiterhin die Frage, warum die gesamte Unternehmung in der Pleite mündete? Die Gründe hierfür waren im Wesentlichen, dass kopflos ins kalte Wasser gesprungen wurde (Stichworte: Konkurrenzanalyse, Wettbewerb), um der Arbeitslosigkeit zu entgehen oder auf eine kritische zweite Meinung verzichtet wurde. Kurz gesagt, mit der richtigen Betreuung und einer besseren Vorbereitung wären einige Entscheidungen vielleicht anders ausgefallen.

Mit Gründersprung zum Erfolg
Genau hier will Gründersprung ansetzen, indem Gründungswillige fortlaufend betreut werden. Ziel soll es sein, Gründer über das Thema Selbständigkeit umfassend zu informieren und bei wichtigen Entscheidungen kompetent zu unterstützen. Denn in der Euphorie verliert man schnell den Blick für das Wesentliche.

Alle, die sich selbst eine Meinung bilden wollen, können sich den Beitrag HIER (ca. 30 Minuten) ansehen.

Happy New Year 2010

Das Team von Gründersprung wünscht allen Lesern und Gründern ein frohes neues Jahr 2010. Möge das neue Jahr viel Erfolg bringen.