Gründersprung

Folge 1: Wer gründet hier eigentlich?

Was eine Unternehmensgründung tatsächlich bedeutet, weiß man erst, wenn man einmal eine solche mitgemacht hat. Wie muss man vorgehen und wo bekommt man kompetente Hilfe? Für diese und weitere Fragen baut das Team von Gründersprung eine Plattform, die über die reine Informationsbereitstellung hinaus geht. Nun wollen wir in unserem Startuptagebuch unseren Weg der Unternehmensgründung, unsere Erfolge sowie auch Stolpersteine dokumentieren:

startuptagebuch

Folge 1: Wer gründet hier eigentlich?

Die Teambildung

Der entscheidende und grundlegende Faktor eines Unternehmens ist das Team. Hinter einer Idee stehen Menschen, die mit ihrem Einsatz und ihrem Know-how über „Hop oder Top“ entscheiden.

Selten kommt es vor, dass eine Firma von Menschen gegründet wird, die sich erst seit ein paar Stunden kennen. Auf einem Event wie dem Startup Weekend ist aber genau das das Ziel, eine Unternehmensgründung in 48h. Die Idee von Startup Weekend wurde bereits in 50 Städten in 12 Ländern erfolgreich umgesetzt und verbreitet sich rasend schnell über den ganzen Globus. Bei diesem Event werden zu Beginn verschiedene Gründungsideen von den Teilnehmern vorgestellt und diskutiert. Schließlich bilden sich mehrere Gruppen von Gründungsinteressierten, die sich jeweils einer Idee widmen mit einer Maßgabe: Sonntagabend wird gegründet. Hochmotivierte und energiegeladene Menschen, ein kreatives und knisterndes Umfeld, ein spannendes und zielorientiertes Wochenende.

Auf die Größe kommt es an

Wann ist ein Team erfolgreich? Grundsätzlich müssen die Zielvorstellungen aller Beteiligten identisch sein, denn alle sollen an einem Strang ziehen. Aus den Zielen ergibt sich eine gemeinsame Vision, die man fixieren sollte, denn sie gibt die Richtung vor, in die sich das Unternehmen jetzt und in Zukunft bewegen soll. Doch die Entwicklung und Formulierung dieser Vision stellt sich in der Praxis häufig als große Herausforderung dar. Umso mehr Personen involviert sind, desto schwieriger wird es, eine gemeinsame Linie zu finden. Idealerweise besteht das Gründerteam aus einer ungeraden Anzahl an Personen. Denn so wird es bei zu treffenden Entscheidungen und eventuellen Konflikten immer eine Mehrheit dafür oder dagegen geben. Nur so wird und kann das Unternehmen handlungsfähig sein.

Außerdem sollten auch nicht zu viele Menschen beteiligt sein, denn viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Neben sehr pragmatischen Herausforderungen wie der Bestellung der oder des Geschäftsführer(s), der Gewinnverteilung oder der Aufgabenverteilung, muss man z.T. auch schnell auf aktuelle Probleme reagieren können. Betrachtet man nun also Gründungen mit vielleicht zehn Personen, dann ist bereits vorab ein großes Konfliktpotential und enormer Zeitverzug zu erkennen.

Lessons learned

Auf dem Startup Weekend gab es sehr starke Teams mit wirklich tollen Geschäftsideen. Die Ideengeber konnten viele Teilnehmer begeistern, was sich auch in den entsprechenden Gruppenstärken wiederspiegelte. Im Laufe des Events stellte sich die Teamgröße jedoch häufig als limitierender Faktor heraus. Das Team von Gründersprung bestand zeitweise aus neun Personen. Bis Sonntag gab es jedoch einige Wechsel im Team, bis sich sieben Festentschlossene herauskristallisiert haben, die die Idee von Gründersprung realisieren wollten. Die Motivation war riesig und die Euphorie stieg immer weiter an. Die Anteile am Unternehmen wurden zu gleichen Teilen auf die Gesellschafter übertragen und die ersten Aufgaben verteilt. Soweit so gut.

Doch bereits wenige Tage nach dem Startup Weekend wurden viele Teammitglieder vom Alltag eingeholt. Da blieb wenig Zeit für Absprachen oder gemeinsame Treffen. Doch wie will man Entscheidungen fällen, bei denen eine Mehrheit der Gesellschafter dafür stimmen muss? Und wie geht man mit Gesellschaftern um, die zwar Lust am gemeinsamen Projekt, aber nicht regelmäßig Zeit haben?

Einige Fragen sollten im Team daher unbedingt schnellstmöglich geklärt werden, um persönliche Konflikte erst gar nicht aufkommen zu lassen. Schließlich ist dieses Startup Weekend eine einmalige Veranstaltung, aber das neu gegründete Unternehmen soll funktionieren und am Markt bestehen. Um das zu gewährleisten, sollten sich die Teammitglieder kennenlernen und vertrauen. Egal, wie lang man bereits miteinander zu tun hat, ein paar wichtige Fragen sollten unbedingt im Vorfeld beantwortet werden:

  • Welche Kompetenzen bringen die einzelnen Teammitglieder mit?
  • Wie viel Einsatz gibt der Alltag des Einzelnen her?
  • Wie viel Zeit kann man für das Unternehmen wöchentlich aufbringen?
  • Wo liegen die Stärken und Schwächen des Einzelnen?
  • Sind die Teammitglieder zuverlässig?
  • Was jeder bereit finanziell zu investieren?
  • Welche Ziele verfolgt der einzelne Gesellschafter mit dem Unternehmen?
  • Wie werden die Verantwortlichkeiten verteilt?

Es ist also sehr wichtig, sich Gedanken über das Team zu machen. Insbesondere sollte klar sein, wer zukünftig den Weg vorgibt. Beispielsweise hilft es bei einer Kommanditgesellschaft zwischen Gesellschaftern, die Ihre Beteiligung als Investment sehen und Teammitgliedern, die das Projekt voran bringen wollen, zu unterscheiden. Dies sind zwei unterschiedliche Rollen, für die sich die einzelnen Beteiligten entscheiden sollten.

Nach vielen konstruktiven Gesprächen kristallisierte sich in den letzten Wochen bei Gründersprung ein „harter Kern“ von drei Personen heraus, der die Idee von Gründersprung voranbringen will. Mit einer gemeinsamen Vision geht es nun ins Jahr 2010 und voller Vorfreude sehen wir der Zukunft und den Herausforderungen, die auf uns warten, entgegen. Selbstverständlich werden wir auch weiterhin die Schritte auf unserem Weg an dieser Stelle festhalten und von unseren Erfolgen und auch Misserfolgen berichten.

Gründersprung Workshop #1 in München

Am Sonntag traf sich das gesamte Team in München zum ersten Gründersprung Workshop. Die Tagesordnung sah vor allem das Thema Geschäftsmodell und Business Plan vor.
Es zeigte sich aber sehr schnell, dass es viel mehr zu besprechen gab. So saßen wir fast über 10 Stunden beieinander und sprachen über Social Media, Recht, Marketing und unser Business Modell.

Neben den fachlichen Diskussionen und Gesprächen gab es auch genügend Zeit, um beim gemeinsamen Essen einige private Gespräche zu führen und uns auch persönlich noch besser kennenzulernen.

Insgesamt war es ein erfolgreicher Sonntag. Die Ergebnisse werden wir zu gegebener Zeit hier bei Gründersprung präsentieren. Es geht also sehr gut vorran!